Die Positive Psychologie gilt als eine der Grundlagen der neuen Glücksforschung. Positive Psychologie befasst sich mit dem Wohlergehen der Menschen und ergänzt damit die traditionelle, eher „störungszentrierte“ Psychologie. In vielen Studien wurde untersucht, welche Zustände des Glücks es gibt und wie sich diese äußern. Drei Grundformen des Glücks lassen sich feststellen:
– Freude im sinnlichen Erleben, passend zum antiken Prinzip des Hedonismus
– Freude durch eine sinnvolle Tätigkeit, passend zum Prinzip der Eudaimonia
– Flow, der Zustand des in einer Beschäftigung hingegeben seins.

Allerdings hat Sie neben Ihren Errungenschaften auch einige Aspekte, die eine kritischen Blick erfordern. Dazu gehört sowohl das starke leitbild von „Glück“ im Sinne von Menschen müssen offenbar glücklich sein, positiv denken und Optimismus verbreiten.

Eine Kritik an der Positiven Psychologie hat Barbara Ehrenreich am Beispiel der Arbeit von Martin Seligman formuliert. Sie verweist auf die starke Betonung des positiven Denkens, welches ein normatives Konzept aus der Welt von Business und Selbstoptimierung ist, das nur bedingt wissenschaftlich fundiert ist. in Bezug auf das individualisierte Streben nach Glück führt sie zudem auf eine Verwurzelung im typisch amerikanischen Puritanismus zurück. Siehe Besprechung bei Perlentaucher.

Die Wissenschaftler Cederström + Spicer erläutern in ihrem Buch vor allem auch die Problematik, dass die Selbstoptimierung in der Wettbewerbsgesellschaft zu einem illusorischen und mithin idiotischem Unterfangen wird. Das Leitbild des immer fitten aktiven erfolgreichen gesunden und schönen Menschen wird kritisch und teils ironisch hinterfragt.
Siehe Besprechung bei Perlentaucher.