Der Umgang mit Smartphones und Social Media ist eine der großen kulturellen Herausforderungen unserer Zeit. Dies gilt nahezu weltweit, denn die Nutzung von Smartphones und den entsprechenden Apps und Netzwerken ist ein globales Phänomen. Besonders für junge Menschen kann die intensive Nutzung zu Nebenwirkungen führen, etwa negative soziale und gesundheitliche Auswirkungen. In vielen Ländern werden Beschränkungen von Social Media für junge Menschen diskutiert oder auch schon gesetzlich implementiert.

Zugleich bleibt es aber eine insividuelle und gemeinsame Herausforderung, einen „sinnollen“ Umgang mit Smartphones und Social Media zu finden. Dies kann nur durch Dialog und praktische Übung geschehen. Zwei Anregungen dazu…

Im Sommer 2026 berichtet die Tagesschau über den neuen Trend: Offline-Clubs. Vor 5 Jahren in den Niederlanden gedründet verbreitet sich die Idee in immer mehr Ländern. „Das Programm umfasst Ausflüge in die Natur, gemeinsame Brettspiel-Nachmittage, mehrtägige Digital-Detox-Retreats oder einen smartphonefreien Feierabenddrink…“
Die organisierten Angebote machen es offenbar manchen Menschen leichter, für eine Weile aus der digitalen Welt Abstand zu nehmen und Menschen „direkt“ zu begegnen.

Jenseits, bzw. noch vor organisierten Angeboten sind gemeinsame Praktiken möglich und nötig, welche das direkte Miteinander zu arrangieren und die Ablenkung durch Smartphones zu reduzieren. Vor einigen Jahren schon haben mir (Jochen Dallmer) einige junge Menschen erzählt, dass es im Freundeskreis eine einfache Regel gibt: Wenn sie zusammen sind werden alle Smartphones gestapelt. Sie fanden es nervig, dass viele nebenher immer auf das Telefon gucken beim gemeinsamen Gespräch. So entstand eine gemeinsame Regel. Ein wunderbares Beispiel, wie einfach entsprechende Alltagskulturrechniken entstehen können.

Beispielbild Handystapel - KI generiert _ chatGPT

Mit der Thematik insgesamt befasst sich auch das Buch von Jenny Odell, welches 2021 erschien und weiterhin grundlegende Argumente bietet, warum eine (Selbst-)Beschränkung der Nutzung von Smartphones, Social Media, bzw. dem Internetwelt allgemein, sinnvoll erscheint. Es werden Bezüge zur Philosophie und Literatur geboten, dazu zahlreiche kleine persönliche Geschichten und Beispiele; je nach Lesegeschmack ist das unterhaltsam oder etwas anstrengend… 😉
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